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IT-Vergütungsstudie 2019: Unternehmen ringen um Fach- und Führungskräfte

Kategorie: Vergütungsstudien
11.02.2019
IT-Vergütungsstudie 2019

Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer können sich in der IT weiterhin über sehr gute Berufsaussichten freuen. Die Nachfrage nach Expertinnen sowie Experten aus der IT hat in den letzten Jahren deutlich zugenommen. Die Gründe hierfür sind die zunehmende Vernetzung im Zuge der Internet-of-Things-Entwicklung sowie die damit einhergehende Digitalisierung des Alltags. Auch die IT-Sicherheit gewinnt immer mehr an Bedeutung. Doch wie hoch sind die Gehälter von IT-Fach- und -Führungskräften? Die Antwort darauf liefert die neue Vergütungsstudie IT-Funktionen 2019 von Compensation Partner.

Für die Vergütungsstudie „IT-Funktionen 2019“ wurden von Mai bis August 2018 12.225 Daten erhoben. In diesem Beitrag möchten wir Ihnen die wichtigsten Ergebnisse daraus vorstellen. Alle Gehälter liegen als Bruttojahreseinkommen vor.

Die komplette Studie können Sie für 599 Euro hier erwerben.

Gehälter von Führungskräften wachsen um 3,8 Prozent

Sowohl Führungs- als auch Fachkräfte dürfen sich über ein Wachstum der Gehälter freuen. Bei den Einkommen von Beschäftigten mit Personalverantwortung liegt der Zuwachs bei 3,8 Prozent und bei Fachkräften bei 3,5 Prozent.

In der IT-Sicherheit locken die lukrativsten Einkommen

Zwischen den Berufsgruppen unterscheiden sich die Einkommen allerdings stark. Mit einem jährlichen Bruttoeinkommen von rund 75.600 Euro beziehen IT-Sicherheitsmanager/-innen das höchste Einkommen in dieser Auswertung. Fast 30.000 Euro weniger im Jahr erhalten Angestellte im Anwender-Support (44.700 Euro). Sie bilden das Schlusslicht dieser Auswertung.

Auf dem zweiten Platz befinden sich Beschäftigte aus der IT-Leitung, die ein Einkommen von circa 73.200 Euro jährlich beziehen. Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer, die in der SAP-Beratung tätig sind, liegen mit rund 72.900 Euro im Jahr knapp dahinter.

Beschäftigte in der IT-Leitung oder der IT-Sicherheit erhalten auch in diesem Jahr die Top-Gehälter der Branche. Doch auch in der SAP-Beratung befinden sich Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer mit über 72.000 Euro pro Jahr auf einem sehr hohen Vergütungsniveau. Tim Böger, Geschäftsführer von Compensation Partner

Bereich Mittelwert
IT-Sicherheit 75.577 €
IT-Leitung 73.237 €
SAP-Beratung 72.893 €
IT-Beratung, Analyse, Konzeption 72.446 €
IT-Projektleitung 72.287 €
SAP-Entwicklung 65.599 €
Softwareentwicklung Backend 61.674 €
Software / gesamte EDV 60.658 €
Softwareentwicklung Mobile 59.760 €
User Experience 58.172 €
DV-Schulung 52.548 €
Softwareentwicklung Frontend 50.948 €
Datenbank-Administration 50.511 €
System- und Netzadministration 49.284 €
Anwender-Support 44.745 €

IT-Gehälter nach Bildungshintergrund

Beschäftigte mit einem akademischen Titel verdienen das höchste Gehalt. Wer zum Beispiel über ein Universitätsdiplom verfügt, bezieht ein durchschnittliches Einkommen von rund 76.500 Euro jährlich. Wichtig zu wissen: Es handelt sich hier um keine Einstiegsgehälter, sondern um Löhne, die Beschäftigte durchschnittlich mit dem jeweiligen Abschluss erreichen können.

Noch höher ist das Einkommen nach einer Promotion: Mit 79.000 Euro jährlich beziehen Beschäftigte mit Doktortitel das lukrativste Gehalt. Der Master- wird mit 65.600 Euro und der Bachelorabschluss mit 55.200 Euro Jahresgehalt honoriert. Absolventinnen und Absolventen von Berufsakademien oder Fachschulen mit staatlich anerkanntem Abschluss, also einem Meister- oder Fachwirttitel, kommen auf knapp 61.500 Euro. Wer eine klassische Berufsausbildung absolviert hat, verdient circa 50.000 Euro im Jahr.

Bildungshintergrund  Q1 Mittelwert Q3
Ausbildung 39.965 € 50.024 € 58.434 €
Meister/Fachwirt 48.821 € 61.524 € 70.282 €
       
Bachelor 43.606 € 55.208 € 62.065 €
Diplom FH 60.077 € 70.735 € 83.091 €
Master 52.213 € 65.640 € 74.988 €
Diplom Uni 63.156 € 76.462 € 85.349 €
Promotion 62.310 € 79.073 € 90.333 €

Nach sieben Jahren im Job steigt das Einkommen um mehr als 20.000 Euro

Mit wachsender Berufserfahrung müssen Unternehmen Gehaltsanpassungen vornehmen, um Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter halten zu können. Das Einstiegsgehalt für IT-Beschäftigte mit weniger als drei Jahren Berufserfahrung beträgt circa 44.600 Euro. Sobald Arbeitnehmer/-innen zwischen drei und sechs Jahren in der IT beschäftigt sind, klettert das durchschnittliche Jahresgehalt auf rund 52.200 Euro. Nach mindestens sieben Jahren steigt es auf 56.400 Euro und nach über zehn Jahren auf 67.900 Euro.

Gehälter nach Berufserfahrung

Fachkräfte Q1 Mittelwert Q3
< 3 Jahre BE 39.109 € 44.567 € 50.486 €
3 - 6 Jahre BE 43.279 € 52.211 € 61.928 €
7 - 10 Jahre BE 49.584 € 56.391 € 72.988 €
> 10 Jahre BE 55.142 € 67.949 € 77.612 €

Mit der Unternehmensgröße steigt das Einkommen

Aufgrund der Tatsache, dass größere Unternehmen in der Regel tariflich organisiert sind und über mehr Kapital verfügen, sind die Gehälter hier höher. Und auch unsere Analyse zeigt, wie stark die Gehälter hinsichtlich der Unternehmensgröße variieren.

Das Einkommen von Fachkräften in kleinen Unternehmen mit weniger als 101 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern liegt bei 52.700 Euro. In Firmen mittlerer Größe (101 – 1.000 Beschäftigte) beträgt das Gehalt für Angestellte in der IT 60.200 Euro und in großen Unternehmen (ab 1.001 Beschäftigte) 78.100 Euro im Jahr. Führungskräfte können in solchen Konzernen sogar mit durchschnittlichen Einkommen von 140.000 Euro jährlich rechnen.

Gehälter nach Unternehmensgrößen

Fachkräfte Q1 Mittelwert Q3
alle 48.787 € 62.680 € 70.894 €
klein < 101 MA 40.563 € 52.721 € 57.217 €
mittel 101 – 1.000 MA 48.765 € 60.249 € 68.827 €
groß > 1.001 MA 61.706 € 78.148 € 85.144 €
Führungskräfte       
alle 101.161 € 128.606 € 144.869 €
klein < 101 MA 85.839 € 100.839 € 118.369 €
mittel 101 – 1.000 MA 95.645 € 116.957 € 133.135 €
groß > 1.001 MA 114.643 € 140.001 € 158.803 €

Gehälter in der IT-Beratung nach Branchen

Im Branchenvergleich für IT-Berater/-innen schneidet die Chemieindustrie und Verfahrenstechnik am besten ab. Das durchschnittliche Einkommen liegt hier bei 95.200 Euro im Jahr. In der Medizintechnik (93.400 Euro) und in der Pharmazie (93.100 Euro) sind die Gehälter ebenfalls lukrativ.

Auf den unteren Rängen befinden sich Branchen wie Touristik und Freizeit (60.700 Euro), Hotel und Gaststätten (58.700 Euro) sowie Forschungsinstitute (57.500 Euro).

Branchenvergleich

IT-Berater/-in Q1  Mittelwert Q3
Top 3      
Chemieindustrie & Verfahrenstechnik 77.761 € 95.160 € 107.598 €
Medizintechnik 77.109 € 93.371 € 106.696 €
Pharmazie 72.910 € 93.130 € 106.421 €
Flop 3      
Touristik & Freizeit 52.056 € 60.667 € 72.182 €
Hotels & Gaststätten 49.119 € 58.743 € 70.268 €
Forschungsinstitute 50.745 € 57.501 € 77.134 €

24 Prozent der Fachkräfte erhalten Prämien

Rund 24 Prozent aller Beschäftigten ohne Personalverantwortung beziehen eine Prämie, die durchschnittlich einen Wert von 6.400 Euro jährlich beträgt. Eine betriebliche Altersvorsorge von circa 1.600 Euro erhält rund ein Viertel der Beschäftigten. Neun Prozent der Angestellten dürfen sich zudem über einen Firmenwagen freuen, dessen Neupreis bei 39.300 Euro liegt.

Fachkräfte Mittelwert  Anteil
Prämien 6.437 € 24%
Betriebliche Altersvorsorge (bAV) 1.555 € 25%
Firmenwagen Neupreis 39.259 € 9%
Führungskräfte  Mittelwert Anteil
Prämien 21.105 € 59%
bAV 3.168 € 39%
Firmenwagen Neupreis 51.988 € 39%

Unter den Führungskräften sind die Zahlen um einiges höher: Fast 60 Prozent der Beschäftigten mit Personalverantwortung bekommen eine Prämie.

Wer in der IT-Wirtschaft in einer Führungsposition mit disziplinarischer Personalverantwortung arbeitet, kann sich über üppige Prämien freuen. Diese liegen im Schnitt bei 21.105 Euro im Jahr. Tim Böger, Geschäftsführer von Compensation Partner

Fast 40 Prozent (39 Prozent) aller Führungskräfte in der IT-Wirtschaft erhalten Arbeitgeberleistungen zur betrieblichen Altersvorsorge – im Wert von durchschnittlich 3.200 Euro jährlih. 39 Prozent aller Führungskräfte verfügen zudem über einen Dienstwagen, dessen Wert bei fast 52.000 Euro liegt.

Ausblick und Entwicklung

Die Ergebnisse verdeutlichen den positiven Trend in der IT – vor allem für den Bereich der Datensicherheit. 2019 startete gleich mit zwei Skandalen in der IT-Sicherheit, die teilweise große Lücken in den Systemen zum Vorschein brachten.

Zum einen wurde Mitte Januar ein Datensatz mit 2,2 Milliarden verschiedenen E-Mail-Adressen und mehr als 21 Millionen unterschiedlichen Passwörtern veröffentlicht. Kurz zuvor nahm die Polizei einen 20-jährigen Mann wegen eines anderen Falls fest: Er hatte Hunderte Datensätze von Personen aus der Öffentlichkeit gestohlen und anschließend auf dem sozialen Netzwerk Twitter hochgeladen. Beide Fälle verdeutlichen die Notwendigkeit von IT-Sicherheitsexpertinnen und -experten für Unternehmen, Behörden sowie Privatpersonen.

Die Sicherheitsexperten werden immer wichtiger – besonders vor dem Hintergrund der zunehmenden Cyber-Attacken auf global agierende Unternehmen. Tim Böger, Geschäftsführer von Compensation Partner

So wundert es nicht, dass die Gehälter in diesem Bereich zu den höchsten zählen. Zudem werden Beschäftigte hier wohl auch zukünftig auf der Sonnenseite der Digitalisierung stehen, da sie auf dem Arbeitsmarkt stark gefragt sind.

So haben es Unternehmen und Personalabteilungen 2019 nicht nur in diesem Bereich schwer, ihre offenen IT-Stellen zu besetzen: Aktuell spricht der Digitalverband Bitkom von 82.000 unbesetzten Positionen in Deutschland. Letztendlich bleibt aber noch abzuwarten, welche Berufsgruppen am stärksten von dem fortlaufenden Aufschwung profitieren werden und welche sich mit weniger zufrieden geben müssen.

Über die Studie

Das Hamburger Unternehmen Compensation Partner hat Höhe und Struktur der Gehälter von insgesamt 29 IT-Funktionen untersucht. Innerhalb einer Funktion wurde außerdem nach Anspruchsstufen differenziert: IT-Berater/-innen etwa sind vom einfachen Consultant bis hin zum Bereich des Managements mit Personalverantwortung analysiert worden.

Zudem finden Sie in dieser Vergütungsstudie für jede Stelle eine ausführliche Beschreibung der jeweiligen Referenzgruppe. Es wird die Zusammensetzung der Daten nach Ausbildung und Alter beschrieben.

Im Anschluss an diese Beschreibung finden Sie zu jeder Stelle die Auswertung nach:

- Grundgehalt 
- Überstunden
- leistungsabhängiger Bestandteile
- Total Cash
- betriebliche Altersvorsorge
- sonstigen Leistungen (z.B. Personalrabatte oder Zinsvorteile)
- Total Remuneration
- privat genutzter Firmenwagen

Für jede Stelle finden Sie die Ergebnisse für Stellen in zwei unterschiedlichen Anforderungswerten und zwar jeweils für die Firmengrößen "bis 100 Mitarbeiter/-innen", "101 bis 1.000 Mitarbeiter/-innen" und "über 1.000 Mitarbeiter/-innen".

Wer hat mitgemacht?

An der Studie haben sich dieses Jahr 37 Unternehmen aus der IT-Wirtschaft beteiligt, die insgesamt 1.012 Datensätze geliefert haben. Weitere 11.213 Datensätze stammen aus Direktbefragungen von Fach- und Führungskräften. Insgesamt sind 12.225 Datensätze in die Studie miteingeflossen. 733 Meldungen kamen zu Führungspositionen und 11.492 Einträge von Fachkräften.

An wen richtet sich die Studie?

Die Studie richtet sich an Beschäftigte im Personalwesen und an Geschäftsführerinnen sowie Geschäftsführer.

Mit den Ergebnissen unterstützt Compensation Partner Sie in folgenden Punkten:

- Orientierung Ihrer Vergütungspolitik am Markt
- Entwicklung einer modernen und konkurrenzfähigen Vergütungspolitik
- Ausgestaltung einer leistungsorientierten, flexiblen Vergütung und dem Einsatz von Nebenleistungen
- Schaffung interner Vergütungsakzeptanz
- Gehaltsverhandlung, da Sie auf aktuelle Marktwerte zurückgreifen können
- Akquisition von Leistungsträgern („war of talents“) sowie Ihrem gesamten Personalkosten und Vergütungsmanagement

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